„Wie ein Sechser im Lotto“

Veröffentlicht am 24.08.2012 in Bildung

Junge Herrnsheimerin reist mit Stipendium des Bundes für ein Schuljahr in die USA

Pünktlich zu den Präsidentschaftswahlen wird die sechszehnährige Helena Becker ein schulisches Auslandsjahr im US-Bundesstaat Michigan antreten. Sie wurde vom Bundestagsabgeordneten Klaus Hagemann (SPD) für ein Auslandsstipendium im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) des Deutschen Bundestages ausgewählt. Bei Ihrer offiziellen Verabschiedung, konnte sich die Stipendiatin mit ihrem Vorgänger Jakob Martin austauschen, der unter der Patenschaft des Bundespolitikers Hagemann das vergangene Schuljahr in Texas verbrachte.

Am 29. August wird Helena Becker Ihre Reise über den „großen Teich“ antreten. Im Bundesstaat Michigan wird sie ihr Jahr in Grand Rapids bei einer Gastfamilie verbringen und die Rockford Highschool besuchen. Der Kontakt ist hergestellt. „Die Familie wirkt sehr sympathisch und hat mich bereits für das Schul-Schwimmteam angemeldet“, berichtete Helena Becker, die als Leistungsschwimmerin der SG-Worms Wassersport auch in den USA sportlich aktiv sein möchte.

Gefragt nach einem „Highlight“, dem sie besonders entgegenfiebert, nennt die Schülerin die US-Präsidentschaftswahlen am 6. November: „Ich freue mich darauf hautnah mit zu erfahren, wie sich der Wahlkampf in den USA von dem in Deutschland unterscheidet und wie dieser von den Menschen dort aufgenommen wird. Ob Michigan wohl erneut für den demokratischen Parteikandidaten Barack Obama stimmt?“

Jakob Martin, der vergangenen Monat von seinem Auslandsjahr zurückgekehrt ist, blickt durchweg positiv auf die Zeit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. „Das war wie ein Sechser im Lotto“, betonte der Schüler des Wormser Rudi-Stephan-Gymnasiums. Ein Jahr lebte Martin gemeinsam mit einem französischen Gastbruder in Fort Worth, der fünftgrößten Stadt Texas in der Nähe von Dallas und berichtete dem SPD-Abgeordneten Hagemann regelmäßig von seinen Erfahrungen in der Fremde.

Viele Kontakte knüpfte der damals sechszehnjährige Schüler aus Hochheim bei den Pfadfindern, den sogenannten „Boy Scouts“. Als größte Bereicherung nennt Martin das politische Engagement seiner Gastfamilie. Da der Schüler dem englischsprachigen Unterricht an seiner High-School problemlos folgen konnte und durchweg gute Leistung erbrachte, blieb ihm Zeit, bei mehreren Wahlkämpfen mitzuwirken und dabei viele Kontakte zu knüpfen, die er jetzt über E-Mail und soziale Netzwerke aufrecht erhält.

Weltweit einzigartiges Programm

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) zwischen dem Deutschen Bundestag und dem amerikanischen Kongress ist weltweit das einzige seiner Art. Jährlich fahren annähernd 360 Schüler und junge Berufstätige nach Amerika und beinahe genau so viele kommen aus USA nach Deutschland. Seit 1983 wählen Kongress- und Bundestagsabgeordnete junge Menschen aus, die ein Jahr in Gastfamilien eines Austauschlandes verbringen dürfen. Die Abgeordneten fungieren in dieser Zeit als „Paten". Als ein solcher, sieht Hagemann im PPP einen wichtigen Baustein des kulturellen Austauschs: „Es macht junge Leute weltoffener und gibt ihnen die Möglichkeit eine andere Kultur kennenzulernen und neue Freundschaften zu knüpfen.“

 

SPD

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