Mangel an Hausärzten wird drastisch zunehmen

Veröffentlicht am 30.11.2011 in Gesundheit

Zu einem Fachgespräch über die künftige medizinische Versorgung im ländlichen Raum hatte die Bundestagsabgeordnete Sabine Bätzing-Lichtenthäler eingeladen. An dem Gespräch nahmen die Ärztevertreter aus Neuwied und Altenkirchen, Dr. Anja Meurer und Dr. Wolfram Johannes, sowie die Pflegedirektorin des Dierdorfer Krankenhauses, Ursula Hannappel, teil.

Grund ist der Gesetzentwurf zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung, den die Bundesregierung in den Deutschen Bundestag eingebracht hat. Erklärtes Ziel ist unter anderem, die flächendeckende und wohnortnahe medizinische Versorgung zu sichern.

Hierfür ist allerdings erforderlich, dass auch eine ausreichende Anzahl an jungen Menschen ein Medizin-Studium aufnimmt und sich dann auch anschließend als Hausarzt niederlässt. „Da die Hochschulen aber seit Anfang der 1990er Jahre rund ein Drittel der Studienplätze in Medizin eingespart haben, werden in der Folge auch weniger Ärztinnen und Ärzte zur Verfügung stehen“, so Dr. Johannes, Obmann der Kreisärzteschaft im Kreis Altenkirchen. Oftmals würden sich die „fertigen Ärzte“ eher für eine Facharztrichtung entscheiden, da diese deutlich lukrativer sei. Außerdem sei das Fach Allgemeinmedizin kaum in der Uni vertreten, ergänzte Dr. Anja Meurer Obfrau der Kreisärzteschaft in Neuwied.

Viele Studenten hätten vom hausärztlichen Berufsalltag keine Vorstellung. Und für die Entscheidung, sich in einer bestimmten Umgebung als Arzt oder Ärztin niederzulassen, seien neben einer ausreichenden finanziellen Absicherung Faktoren der Lebensqualität wichtig. Dazu gehörten die Erreichbarkeit von Kindergarten, Schulen und Geschäften ebenso wie der Freizeitwert einer Region.

Auch im klinischen Bereich werden die Lücken bei der ärztlichen Versorgung künftig größer. In Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf müssten die Kliniken deutlich aktiver werden, da derzeit vor allem viele Frauen Medizin studieren und diese sehr darauf achten würden, welches „Rahmenangebot“ es gäbe.

Auch bei den niedergelassenen Ärztinnen wird die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine größere Rolle spielen. Dr. Anja Meurer weiß aus Erfahrung, dass die Leitung einer eigenen Praxis, verbunden mit der Erziehung von zwei Kindern, äußerst schwierig ist. Sie fordert in diesem Zusammenhang auch ein Umdenken vor allem in den Kliniken: „Für die künftige Rekrutierung von Ärztinnen in den Kliniken seien ‚weiche‘ Faktoren, wie Kinderbetreuung, von großer Bedeutung.“ Als positives Beispiel könne hier das DRK-Krankenhaus in Kirchen genannt werden, welches zwischenzeitlich eine eigene Betriebskindertagesstätte eingerichtet hätte, fügte Dr. Johannes hinzu.

Die Pflegedirektorin des Dierdorfer Krankenhauses, Ursula Hannappel, schilderte eine ähnliche Problematik auch für den pflegerischen Bereich: „Wir stellen schon heute erste Personalschwierigkeiten fest, die sich in Zukunft noch verstärken werden.“ Die Träger solcher Einrichtungen müssten daher kluge Konzepte entwickeln, um Personal langfristig zu binden. Aufgrund des Pflegekräftemangels sei auch der Gedanke, künftig die fehlenden Ärzte durch Pflegepersonal zu ersetzen, keine tragfähige Lösung.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass das jetzt vorgelegte Gesetz nicht ausreicht, um die notwendige ärztliche Versorgung – auch im ländlichen Raum – langfristig sicherzustellen.

Sabine Bätzing-Lichtenthäler machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass sich die beiden Landkreise als Regionen verstehen und selbstständig zu Lösungen finden müssten. Die Ärztevertreter sowie die Abgeordnete wollen jetzt auf die Landräte beider Landkreise zugehen, um gemeinsam mit der Kommunalpolitik tragfähige Lösungen zu finden.

 

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