Interview mit Angelika Glöckner

Veröffentlicht am 20.08.2018 in Pressemitteilung

Deutscher Bundestag, von Saldern

Liebe Angelika, du bist frisch gebackene Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für die Belange von Menschen mit Behinderungen, wie waren die ersten Wochen mit der neuen Aufgabe für dich?

Spannend und aufregend, wenn auch etwas anstrengend. Neben der neuen Funktion bin ich zusätzlich in den Ausschüssen für Arbeit und Soziales und für Europa tätig. Nach der Übergabe durch meine Vorgängerin, Kerstin Tack, arbeite ich mich nun in die umfassende Materie ein. Da gibt es so viel zu tun… vom Bundesteilhabegesetz (BTHG) über die Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention bis hin zur Arbeitsmarktpolitik, ist der ganze Bereich Behinderungen und Inklusion ein riesiges gesellschaftliches Querschnittsthema. Dabei sehe ich vor allem Chancen für unsere gesamte Gesellschaft.

Welches von diesen Themen ist dir als Sprecherin besonders wichtig für deine Arbeit der nächsten Jahre?

Sicherlich die Themen, die mir in meiner Ausschussarbeit täglich begegnen: Integration in den Arbeitsmarkt ist ein gutes Beispiel für einen Bereich, indem es noch viel Nachholbedarf gibt. Menschen mit Behinderungen sind auf dem ersten Arbeitsmarkt noch immer deutlich unterrepräsentiert. Was die Beschäftigten in den Behindertenwerkstätten angeht, so wollen sie zu Recht, dass ihre Arbeit mehr wertgeschätzt wird! Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir in der Politik die Rahmenbedingungen hierfür verbessern.

Wie kann das konkret aussehen?

Konsequent den Koalitionsvertrag umsetzen. Maßnahmen wie die assistierte Ausbildung stärken und ausbauen und die Umsetzung des BTHGs weiterhin begleiten und auf seine Wirksamkeit hin überprüfen.

Wie siehst du die Rolle der AG Selbstaktiv in der SPD?

Der Austausch zwischen der Gemeinschaft von Menschen mit Behinderungen und der Politik kann nur gelingen, wenn wir einen guten Draht zueinander haben. Unsere Genossinnen und Genossen, die sich in der Arbeitsgruppe engagieren, können also als Multiplikator in diese Gemeinschaft hineinwirken und deren Interessen vertreten. Für mich sind gerade die Hinweise aus der AG für meine Arbeit sehr wichtig.

Was kannst du konkret dafür tun, dass die Teilhabe von behinderten Menschen an der Gesellschaft gelingt?

Um vollständige Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen geht es in erster Linie um den konsequenten Ausbau der Barrierefreiheit. Mit der Neufassung des kürzlich verabschiedeten Bundesgleichstellungsgesetzes (BGG) haben wir eine weitere wichtige Grundlage zur Barrierefreiheit geschaffen – gerade auch in den digitalen Lebensbereichen. Geht es nach der SPD, wollen wir mit der Änderung der Antidiskriminierungsrichtlinie einen weiteren wichtigen Schritt vorankommen, damit sich Menschen auch im Alltag ohne Barrieren zurechtfinden und ihr Leben selbstbestimmt führen können. Eng damit verbunden ist für mich auch die Frage der politischen Teilhabe. Deshalb werde ich mich auch für die rasche Stärkung des Wahlrechts für Menschen mit Behinderung einsetzen.

 

SPD

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