Die Chance jetzt nutzen: Pannenreaktor Cattenom abschalten!

Veröffentlicht am 06.10.2012 in Energie und Umwelt

Beitrag des rheinland-pfälzischen Bundestagsabgeordneten Manfred Nink für den aktuellen vorwärts.

Rund 750 Pannen und technische Mängel seit Inbetriebnahme im Jahr 1986 sprechen eine klare Sprache: Das Atomkraftwerk im französischen Cattenom ist ein Pannenreaktor. Die Menschen in der grenznahen Region in Rheinland-Pfalz und dem Saarland machen sich große Sorgen um ihre Sicherheit. Die Wahl des Sozialisten Francois Hollande zum französischen Staatspräsidenten lässt sie auf ein baldiges Abschalten des Pannenmeilers hoffen. Die Bundesregierung muss sich im Interesse der Menschen in der Region endlich bei der französischen Regierung für ein schnelles Abschalten einsetzen.

Der rheinland-pfälzische Landtag hat im März 2012 fraktionsübergreifend die Bundesregierung aufgefordert, sich für die dauerhafte Abschaltung des Atomkraftwerks Cattenom einzusetzen. Die Saar-Lor-Lux-Region ist sich in diesem Ziel weitgehend einig. Die Luxemburger Parlamentarier wollen sogar eine Delegation zu Gesprächen nach Frankreich schicken. Alle Beteiligten setzen große Hoffnungen in Hollande und die neuen Mehrheitsverhältnisse im französischen Parlament.

Die französischen Sozialisten machten zusammen mit den Grünen im Frühjahr 2012 mit dem Teil-Atomausstieg Wahlkampf. Die späteren Wahlsieger verkündeten, den Anteil des Atomstroms an der gesamten Energieversorgung bis 2025 von 75 auf 50 Prozent senken zu wollen. Dafür müssten die Franzosen 15 bis 18 Atomkraftwerke dauerhaft stilllegen. Medienberichten zufolge ist die französische Atomindustrie wenig begeistert von diesen Plänen. Die Franzosen haben sich noch nicht endgültig entschieden, wie viele und welche Meiler sie vom Netz nehmen. Hollande sprach stets davon, Fessenheim sofort stilllegen zu wollen, von Cattenom aber war nie die Rede. Für die Menschen in der Grenzregion ist das völlig unverständlich. Jede weitere Panne in Cattenom versetzt sie in Angst um Leib und Leben.

Mehrfach habe ich die Bundesregierung deshalb aufgefordert, das Gespräch mit der französischen Regierung zu suchen. Merkel und ihr Umweltminister Peter Altmaier müssen die Sorgen der deutschen Bevölkerung ernst nehmen. Sie müssen sich für ein beschleunigtes und endgültiges Abschalten des Pannenreaktors in Cattenom einsetzen. Nur so können sie die Sicherheit in der grenznahen Region gewährleisten.

Deutschland kann Frankreich keine Energiepolitik diktieren. Das ist richtig. Aber in Frankreich wird erstmals über einen Teilausstieg aus der Atomenergie nachgedacht. Union und FDP dürfen diese Chance nicht verschlafen. Die Bundesregierung ist in der Pflicht, das berechtigte Bedürfnis der Menschen nach Sicherheit auch gegenüber den französischen Nachbarn zu artikulieren. Die Sorgen der deutschen Bevölkerung sind ein guter Grund für einen bilateralen Austausch über die Zielvorstellungen in der französischen und europäischen Atompolitik. Die freundschaftlichen deutsch-französischen Beziehungen belastet ein solcher Dialog ganz sicher nicht.

 

SPD

Familienministerin Franziska Giffey will mit einem Maßnahmenbündel erneute coronabedingte Schließungen von Kitas unbedingt vermeiden. "Unser Ziel muss es sein, den Regelbetrieb in Kitas und Kindertagespflege sicherzustellen.", sagte Giffey am Dienstag.

Vizekanzler Olaf Scholz soll Deutschland als Bundeskanzler in die Zukunft führen. Auf Vorschlag der beiden Parteivorsitzenden nominierten Präsidium und Parteivorstand ihn am Montag einstimmig zum Kanzlerkandidaten der SPD für die Bundestagswahl 2021. "Ich freue mich über die Nominierung - und ich will gewinnen!", sagte Scholz.

Deutschland braucht einen Kanzler, der entschlossen ist und erfahren. Mutig auch in Krisen, sie kraftvoll überwinden kann. Mit Respekt vor jeder und jedem Einzelnen. Und mit einem klaren Bild von einer guten und gerechten Zukunft für alle. Wir sind überzeugt: Olaf Scholz kann das! Ein Namensbeitrag der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans.

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken setzt sich für mehr Lohngerechtigkeit in Deutschland ein. "Wer Vollzeit arbeitet, soll auch davon leben können und seine Familie ernähren", sagte sie am Sonntag im ARD-Sommerinterview.

04.08.2020 10:13
Warnung vor zweiter Welle .
SPD-Chefin Saskia Esken fordert angesichts steigender Infektionszahlen eine deutliche Ausweitung der Corona-Tests in Deutschland. Nötig sei eine Strategie, die es erlaube, durch flächendeckende und zugleich gezielte Tests Infektionen frühzeitig zu identifizieren und damit weitere Ansteckungsrisiken zu verringern, sagte Esken der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Samstag). "Da ist jetzt Verantwortung in Bund, Land und Kommune gefragt und gefordert."