Sozialdemokratie in den Niederlanden

Veröffentlicht am 03.08.2011 in Europa

Foto: FES

neue Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung von Frans Becker und René Cuperus

Seit 1994 ist die niederländische Politik von einer extremen Wählervolatilität geprägt. Schrumpfende Kernwählerschaften sowie ein polarisiertes und zersplittertes Elektorat haben zu einer Erosion der beiden traditionellen großen Volksparteien geführt: der Christdemokraten und der Sozialdemokraten.

Kulturelle und wirtschaftliche cleavages und neue politische Themen wie Einwanderung oder die europäische Integration spalten die sozialdemokratische Anhängerschaft und führen zu einer Auflösung der linksorientierten Arbeiterklasse. Zwar bleibt die Linke in den Wahlumfragen zusammengerechnet relativ stabil, aber die Partij van de Arbeid (PvdA) ist innerhalb des progressiven Parteienspektrums gleichsam zu einer Minderheit geworden. Die Zersplitterung der politischen Linken ist sowohl Ursache als auch Konsequenz von Erosion und Fragmentierung der Volksparteien alten Typs, wie wir sie aus der Nachkriegs-Ära kennen.

Die holländische Sozialdemokratie steht vor großen Herausforderungen und unvermeidlichen Entscheidungen, was ideologische Fragen und die Zusammensetzung der eigenen Anhängerschaft angeht. Wird die PvdA eine Volkspartei bleiben, die die Kluft zwischen den reformorientierten und den konservativeren Parteien im linken Lager überbrücken kann und die verschiedene gesellschaftliche Gruppen und Stimmungen zusammenführt?

Mit anderen Worten: Ist sie in der Lage, die große Koalition aus Arbeiter- und Mittelklasse der Nachkriegszeit wiederherzustellen? Dieser Artikel stützt sich auf die Erfahrungen der PvdA. Wir skizzieren darin das Konzept eines Neo-Idealismus, der auf einer »menschenbasierten Wirtschaft« und der notwendigen »Wiederkehr positiver Freiheiten« basiert.

Die Untersuchung steht zum Download bereit

 

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