"Kein Karawanen-Kapitalismus"

Veröffentlicht am 30.10.2011 in Pressemitteilung

Foto: www.spd-europa.de

Europäisches Parlament fordert schärfere Regeln für Unternehmen, die europäisches Geld zur Unterstützung erhalten

In der Debatte um die massiven Entlassungen unter anderem bei Nokia kritisiert die Sozial- und Beschäftigungsexpertin Jutta Steinruck das Verhalten der Konzerne in scharfer Form: „Nokia bekam massive finanzielle Unterstützung beim Aufbau des Werkes in Bochum, dann beim Aufbau des Werkes in Cluj in Rumänien. Gleichzeitig wurden über die öffentliche Förderung die Entlassungen und die Absicherung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finanziert. Jetzt haben sie hier offenbar genug verdient und ziehen weiter."

Steinruck bezweifelt, dass das Unternehmen Nokia in Asien noch billiger produzieren kann: „Ich halte es für verlogen, die Krise und die angeblich zu teuren Produktionskosten nun als Begründung anzuführen, dass 3.500 Menschen entlassen werden.“ Jeder Beschäftigte bei Nokia erwirtschafte in Rumänien zurzeit etwa eine Million Euro im Jahr, während er 10.000 Euro koste. „Es ist Zeit, diesem Karawanen-Kapitalismus entgegen zu treten und die Konzerne bei Finanzhilfen im Nachhinein stärker zu kontrollieren“.

„Wir dürfen nicht länger zusehen, wie Unternehmen Geld der Mitgliedsstaaten und der Union hemmungslos einstecken, um wenige Jahre später weiter ziehen. Jeder kleine Träger eines Projektes, das durch die EU gefördert wird, unterschreibt Verträge über die Nachhaltigkeit seiner Projekte, die später ohne Förderung weiter laufen müssen. Das muss auch für große Konzerne gelten", sagte die sozialdemokratische Europaabgeordnete.

"Wir brauchen hier endlich klare Regeln und dürfen uns nicht länger an der Nase herumführen lassen. Erst zahlt die öffentliche Hand die Ansiedlung und ein paar Jahre später die Sozialkosten, wenn das Werk eingestampft wird. Das ist unmoralisch und muss auch illegal sein", so Steinruck.

 

SPD

26.05.2026 09:14
Zusammen Zukunft schreiben..
Die SPD erarbeitet ein neues Grundsatzprogramm. Mach mit und gestalte mit uns die Zukunft.

Bei der Erbschaftssteuer geht es um Gerechtigkeit und um eine zentrale Frage: Hängen Chancen von Leistung ab oder von Herkunft?

11.05.2026 14:41
Stark gegen rechts.
Rechtsextremismus bedroht unsere Demokratie, Freiheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir stellen uns entschieden dagegen - für Vielfalt und eine starke Demokratie. Mach mit.

01.05.2026 07:43
Ihr FAIRdient Tarif.
Steuergeld soll faire Arbeit stärken. Dafür sorgt die SPD: Mit dem Bundestariftreuegesetz erhalten nur Unternehmen, die ihre Angestellten nach Tarifvertrag bezahlen, öffentliche Aufträge. Das ist gerecht.

Der 1. Mai ist unser Tag der Solidarität. Er steht für Zusammenhalt. Komm mit uns und den Gewerkschaften auf die Straße!