18. November | Philosophie und Politik XII: Die Gleichheit neu denken

Veröffentlicht am 05.11.2011 in Ankündigungen

philosophy meets politics | Kongress des SPD-Kulturforums mit Wang Hui und Sigmar Gabriel | Willy-Brandt-Haus | Berlin

Wang Hui gilt als einer der herausragenden chinesischen Intellektuellen weltweit. Foreign Policy erklärte ihn 2008 zu einem der 100 führenden öffentlichen Intellektuellen der Gegenwart. Die ZEIT-Serie „Wer denkt für morgen?“ von 2009 stellte ihn als einen der globalen Vordenker vor.

Als Kopf der Neuen Linken in China, eines intellektuellen Netzwerkes, das unabhängige wissenschaftliche und politische Positionen formuliert, übt Wang Hui insbesondere Kritik an Fehlentwicklungen durch die Vorherrschaft der Marktlogik und die Vernachlässigung von Ökologie und sozialer Gleichheit. Er begründet und skizziert Grundzüge einer egalitären Gesellschaft, in der sich gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Demokratie bedingen und ergänzen.

Als Gesprächspartner ist Wang Hui besonders interessant, weil er Prinzipien, die sich weitgehend mit der sozialen Demokratie decken, um spezifisch an China und den Ländern der Dritten Welt erweiterte Fragestellungen bereichert und sie auf die kulturellen und intellektuellen Traditionen Asiens bezieht. Seine Kritik am Zustand der westlichen Demokratien wendet er gleichermaßen auf Demokratie- und Gleichheitsdefizite in China selbst an.

Sigmar Gabriel wird in seiner Antwort aus Sicht der deutschen Sozialdemokratie und auf Basis der europäischen Erfahrungen die epochale Aufgabe der Politik beschreiben, den Kapitalismus ein zweites Mal zu bändigen. Gegen die Verselbständigung der Finanzherrschaft, gegen die neoliberale Anbetung der grenzenlosen Freiheit der Märkte, gegen die neuen Gefährdungen der Demokratie und gegen dramatisch zunehmende gesellschaftliche Spaltungen braucht der Kampf um soziale Demokratie, um soziale und ökologische Spielregeln für die Marktwirtschaft neue Impulse. Europäische und asiatische Traditionen sind höchst unterschiedlich.

Was China und Europa voneinander lernen können, um Wohlstandsmehrung mit Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit, um Effektivität und Regulierung mit Formen des Demokratischen zu verbinden, darum wird es im anschließenden Podiumsgespräch gehen - mit Thomas Meyer, einem der führenden, auch in Asien viel diskutierten, Theoretiker der sozialen Demokratie.

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