„Soziale Stadt“ | Projekte in Trier gefährdet

Veröffentlicht am 22.01.2011 in Pressemitteilung

Über die möglichen Auswirkung der drastischen Kürzung der Mittel für das Programm „Soziale Stadt“ durch die Bundesregierung informierten sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Manfred Nink und Bürgermeisterin Angelika Birk bei einem Besuch bei Maria Ohlig im Trierer Quartiersmanagement Nord. Mit dabei war auch Herbert Schacherer von der örtlichen Wohnungsgenossenschaft am Beutelweg als dessen Träger.

Manfred Nink kritisiert „einen regelrechten Kahlschlag“, den die Kürzung des Programms von 95 auf 28,5 Millionen Euro bedeute. Der in jahrelanger Arbeit erreichte Werterhalt drohe infolge solcher Kürzungen unweigerlich wegzubrechen. „Die erzielten Erfolge stehen damit auf dem Spiel.“ Dies bestätigt Quartiersmanagerin Maria Ohlig, die eine Sicherung der Strukturen fordert, die durch das Programm geschaffen worden sind. Die positive Entwicklung, die im ehemaligen „sozialen Brennpunkt“ von Trier-Nord zu verzeichnen sei, wäre ohne das Programm nach Ansicht Ohligs nicht möglich gewesen.

Bürgermeisterin Angelika Birk sieht eine dringende Notwendigkeit, den Mietwohnungsbau durch sozialarbeiterischen Sachverstand zu flankieren. Sie befürchtet überdies eine kommende Wohnungsnot und fügt im Blick auf das untere Mietpreissegment hinzu: „In Trier haben wir sie schon.“ Herbert Schacherer von der Wohnungsbaugenossenschaft erläuterte am Beispiel eines „Trainingswohnens“, welcher Art die auf dem Spiel stehenden Projekte sind. „Deutlich zurück gegangen“ seien in der Folge sowohl Mietausfälle wie auch Schäden an den Wohnungen.

Der SPD-Politiker Nink sagte die Unterstützung seiner Bundestagsfraktion zu. Die Bundesregierung habe jedoch anders entschieden. „Leider wurde dies so auch von den örtlichen Unions- und FDP-Abgeordneten unterstützt.“ Ein integrativer Ansatz beim Wohnungsbau sollte sich nach Ansicht der Runde zukünftig auch im Regierungshandeln spiegeln: Wohnungsbau und Sozialpolitik gehörten zusammen.

„Die Bundesregierung hat nicht begriffen, dass allein Inves¬titionen in Beton nicht ausreichen. Wenn der soziale Kitt nicht hält, sind auch Investitionen in Gebäude und Wohnumfeld in den Sand gesetzt“, kritisiert Manfred Nink. Dies sei ein Schlag ins Gesicht für diejenigen, die in den vergangenen zehn Jahren in ihren Stadtteilen und Gemeinden Projekte initiiert haben. Und Maria Ohlig, der täglichen Realität im Problemviertel am nächsten, hat gar den „Eindruck, dass manche bei der Abstimmung gar nicht gewusst haben was da beschlossen worden ist.“

 

SPD

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