Der SPD-Bundestagsabgeordnete Manfred Nink unterstützt die Forderungen der Gemeinde Igel nach Niedrig-Schallschutzwänden und einem Park-and-Ride-Parkplatz im Moselvorland. „Die Igeler Bürgerinnen und Bürger haben zwei gute Vorschläge vorgelegt, die im Rahmen des zweigleisigen Ausbaus der Bahnstrecke Ehrang – Igel umgesetzt werden sollten. Beide Maßnahmen werden dazu beitragen, den Öffentlichen Personennahverkehr ganz im Sinne der rheinland-pfälzischen Verkehrspolitik weiter zu stärken und die Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern zu erhöhen.“
Im Rahmen des zweigleisigen Ausbaus der Eisenbahnstrecke 3140 (Ehrang – Igel Grenze) sehen die Planungen unter anderem eine zwei bis vier Meter hohe Lärmschutzwand in der Ortslage Igel vor. Eine Mehrheit der Igeler Bürgerinnen und Bürger lehne eine solche Lärmschutzwand aber ab, so Manfred Nink. Nach Angaben der Deutsche Bahn AG wäre eine gleisnahe Niedrig-Schallschutzwand eine technische Alternative. Diese Variante hätte sich in Kombination mit passivem Lärmschutz an den Gebäuden bereits versuchsweise im Rheintal bewährt. Aufgrund der aktuell gültigen Richtlinie zur Berechnung der Schallimmissionen von Schienenwegen – kurz Schall-03-Richtlinie genannt – sei diese Variante für Igel bislang jedoch rechtlich nicht zulässig.
Aktuell wird die Richtlinie im Bundesverkehrsministerium in Berlin auch in diesem Punkt überarbeitet. Allerdings ist zu befürchten, dass das Eisenbahn-Bundesamt bereits in den nächsten Wochen den Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau der Bahnstrecke mit der hohen und von den Igeler Bürgerinnen und Bürgern abgelehnten Lärmschutzwand erlässt.
Manfred Nink: „Ich habe mich in dieser Sache an den Bundesverkehrsminister gewandt und darum gebeten, eine Lösung im Sinne der Igeler Bürgerinnen und Bürger für dieses Problem zu finden. Da die Igeler Bevölkerung schienennahen Lärmschutz einhellig befürwortet, ist die Hoffnung groß, dass durch die aktuelle Überarbeitung der Richtlinie im Bundesverkehrsministerium möglichst schnell der Weg frei gemacht wird für Niedrig-Schallschutzwände in Igel.“
Ein weiteres Problem betrifft das Igeler Bahnhofsumfeld. Die Gemeinde befürchtet, dass im Umfeld des Bahnhofs in Zukunft ein Chaos aufgrund fehlenden Parkraums entsteht. Der nach dem Ausbau der Strecke gültige Halbstundentakt werde für eine deutlich höhere Frequentierung des Bahnhofes sorgen. Die Igeler schlagen als Lösung des Problems vor, einen Park-and-Ride-Parkplatz im Moselvorland mit Anbindung an den Bahnhof einzurichten. Aufgrund der schwierigen Haushaltslage der Gemeinde sei jedoch die Finanzierung des nötigen Eigenanteils problematisch.
„Mit dem Vorschlag eines Park-and-Ride-Parkplatzes setzt Igel auf eine Stärkung des leistungsfähigen öffentlichen Personennahverkehrs. Das ist ganz im Sinne der rheinland-pfälzischen Verkehrspolitik. Ich habe deshalb den Infrastrukturminister des Landes gebeten, zu prüfen, welche Möglichkeiten aus seiner Sicht bestehen, die Finanzierung des Vorhabens trotz der schwierigen Haushaltssituation der Gemeinde Igel sicherzustellen“, sagte Manfred Nink.