Podiumsdiskussion des Progressiven Zentrums in Berlin
Podiumsdiskussion des Progressiven Zentrums in Berlin
Die Idee einer zeitgenössischen linken Reformpolitik stand in den neunziger Jahren unter der Bezeichnung „Dritter Weg“ hoch im Kurs. Dabei ging es, zunächst vor allem in den USA (Clintons Reform-Agenda) und in Großbritannien (New Labour), um mehr als nur pragmatische Anpassung an eine veränderte ökonomische, gesellschaftliche und internationale Umwelt. Auch der „Agenda 2010“ der rot-grünen Koalition lag diese Gedankenwelt zugrunde.
Viele Linke halten den ganzen Ansatz der „Third Way Politics“ inzwischen für eine Verirrung, der für die Krise der Sozialdemokratie und das Scheitern von Rot-Grün verantwortlich sei. Aber welche Konsequenz soll aus dem Niedergang des Konzepts gezogen werden? Wir stehen vor einem Paradox: Einerseits ist der Begriff „Reform“ in Misskredit geraten. Andererseits wächst die Einsicht, dass ein bloßes „Weiter so“ angesichts globaler ökonomischer, sozialer und ökologischer Verwerfungen tiefer in die Krise führt. Deshalb ist es notwendig, kritisch darüber nachzudenken, was Progressive Politik heute bedeutet.
Podiumsdiskussion mit:
Renate Künast, Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
Hubertus Heil, stellv. Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion
Dr. Ernst Hillebrand, Friedrich-Ebert-Stiftung
Moderation: Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung
Donnerstag, 20. Mai 2010, 19.30 Uhr
Heinrich-Böll-Stiftung
Schumannstr. 8
10117 Berlin